1. Die Kapitalrenditen sinken!

 

Ja, es ist schon traurig. Die Lohnkostenreform kann es nicht allen recht machen - viele Kapitaleigner werden die Verlierer sein. Wie das kommt? Ganz einfach: Durch den Abbau der lohnbezogenen Sozialversicherungsbeiträge wird das Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Kapital abgebaut. Die Massenarbeitslosigkeit wird verschwinden, was die Position der Arbeitnehmer zusätzlich stärkt. Und da nun einmal in der freien Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen (auch den der Arbeitsentgelte), wird das Kapital nicht umhin können, die Arbeitnehmer nach jahrzehntelanger Pause wieder am technischen Fortschritt teilhaben zu lassen. Die Reallöhne und Renten werden dann wieder jährlich um ca. 2,5 % steigen (entsprechend dem Produktivitätswachstum), und somit bleibt weniger in der Tasche der Geldgeber. Vor allem die Spekulanten werden dies zu spüren bekommen, die Aktienrenditen werden tendenziell sinken. Hinzu kommt, dass durch die steigende Kaufkraft der Bevölkerung der widernatürliche Überdruck auf dem Arbeitsmarkt entweicht, weil sich Produktivitätswachstum und Konsumverhalten wieder in die gleiche Richtung bewegen. Von dieser Entwicklung profitieren die Verbraucher, Freiberufler und mittelständischen Unternehmer gleichermaßen. Benachteiligt werden von der Lohnkostenreform jedoch die Unternehmen, die mit der Auslagerung von Produktionsanlagen ins Ausland bislang viel Geld verdient haben.

 

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 © Manfred J. Müller, Flensburg

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Manfred Julius Müller analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch drei Bücher erschienen: "Die Kultivierung des Kapitals", 2001, "Anti-Globalisierung. Zurück zur Vernunft!", 2002, "Das neue Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen Dumpingsystems", 2005. Müller ist Inhaber eines Versandhauses und gewinnt von daher einen praxisnahen Einblick in die Abartigkeiten des globalen Verdrängungswettbewerbs.