Erläuterung:

1. Auch einfachere Arbeitsplätze bleiben erhalten

Die in den meisten Ländern übliche Verteuerung der Arbeit führt zum Ungleichgewicht gegenüber dem Kapital. Es werden Rationalisierungen gefördert, die unter neutralen Kostenaspekten unrentabel wären. Dabei kommt es gerade bei den einfacheren Arbeiten zum Stellenabbau, dessen Kosten wiederum dem Sozialstaat und damit auch den Sozialversicherten aufgebürdet werden.

Als Ausweg aus diesem Dilemma fordern Politiker und Kapitalvertreter deshalb gern und wohlfeil mehr Fortbildung usw. Aber einmal davon abgesehen, dass auch damit das Arbeitslosenproblem kaum zu lösen wäre, erscheint mir dieses Konzept auch weltfremd. Es hat nun einmal nicht jeder Mensch die gleichen Begabungen, man kann nicht jeden Fließbandarbeiter zum Ingenieur oder Wissenschaftler umschulen. Und man braucht es ja auch nicht, weil unter objektiven Gesichtspunkten auch genügend einfachere Arbeit vorhanden wäre. Bloß wenn man extrem die Arbeit verteuert und den Maschineneinsatz subventioniert, werden die einfachen Jobs, die jede Volkswirtschaft benötigt, über Gebühr wegrationalisiert.

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© Manfred J. Müller, Flensburg
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Manfred Julius Müller analysiert seit über 30 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus, Zollfreihandel, Politik und Medien.

 

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Vorurteile und Irrlehren sind in aller Munde. Sie werden täglich hundertfach von prominenten Politikern, Wirtschaftsbossen, Journalisten und Promi-Intellektuellen kolportiert. Kein Wunder also, wenn sich schicksalhafte Lebenslügen im Bewusstsein der Bevölkerung verankern und kaum jemand misstrauisch wird. Was tausend Leute und die Chefideologen immer wieder von sich geben, kann doch so falsch nicht sein - so die landläufige Meinung.

Doch weit gefehlt! Denn natürlich haben die seit 1980 sinkenden realen Nettolöhne und Renten einen logischen Hintergrund, eine Ursache. Ebenso wie die Verzwanzigfachung der Arbeitslosenzahlen seit 1965.

Wer Gegenargumente nicht einmal anhören mag, der darf sich nicht wundern, wenn alles den Bach runtergeht. Aber das ist den Gleichgültigen und politisch Desinteressierten auch egal. Weil sie meinen, der Staat sei eh verpflichtet, sie in der Not aufzufangen. Und weil sie davon ausgehen, Demokratie und Vollkasko-Sozialstaat seien unzerstörbar.

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