Brauchen
wir eine Mehrwertsteuerreform? Ist
es gerecht, Tiernahrung und Blumen mit nur 7 %
Mehrwertsteuer zu belasten, auf Arzneien und Babykleidung
jedoch 19 % aufzuschlagen? Macht es Sinn, in der Gastronomie
mit unterschiedlichen Steuersätzen zu arbeiten? Beim
Verzehr im Lokal fallen für das Essen nämlich 19 %
an, beim Außer-Haus-Verkauf für das gleiche
Produkt aber lediglich 7 %. Nein,
die Eingruppierung der Waren und Dienstleistungen erscheint
in manchen Fällen mehr als unverständlich. Dass
Korrekturbedarf besteht, haben inzwischen auch viele
Politiker erkannt. Die Populisten unter ihnen fordern
derweil forsch eine Ausdehnung der Niedrigsteuerzone, ohne
sich um einen Finanzausgleich irgendwelche Gedanken zu
machen. Sie wollen mal wieder Geld verteilen, das
überhaupt nicht zur Verfügung steht und damit
letztlich Sozialabgaben und Staatsverschuldung weiter in die
Höhe treiben. Wenn
man eine Mehrwertsteuerreform ernsthaft in Betracht zieht,
sollte es jedoch eine generelle Überarbeitung geben,
die das Wort Reform auch wirklich verdient. Dazu zählt,
dass bei dieser Gelegenheit auch die Umfinanzierung der
Sozialversicherungen weiter vorangetrieben wird (um
über eine höhere Mehrwertsteuer die Sozialabgaben
weiter absenken zu können). In
der heutigen Situation würde ich mir einen folgenden
Umbau wünschen: 1.
Anhebung der Mehrwertsteuer auf 22 % (ermäßigter
Satz einschließlich Handwerk, Gastronomie,
Hotelgewerbe und Gesundheitswesen 11 %) 2.
Als Ausgleich dafür Finanzierung der Pflegeversicherung
voll und ganz über die Mehrwertsteuer 3.
Falls das Geld reicht, zusätzlich noch die Rundfunk-
und Fernsehgebühren vollkommen abschaffen und ebenfalls
über die Mehrwertsteuer finanzieren! Im
Zuge dieser Reform könnten dann auch die heute so
bemängelten Kuriositäten beseitigt werden. Man
könnte die immer wieder angeführte Tiernahrung und
die Blumen mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegen, im
Gegenzug Baby- und Kinderkleidung mit dem Niedrigsteuersatz
begünstigen. Aber
diese Neuordnung wird schwieriger hinzubekommen sein als
gedacht, da auch Wählerinteressen und Lobbygruppen eine
beachtliche Rolle spielen. Welcher Politiker möchte
schon gerne 20 Millionen Tierhalter verprellen, die eine
Preiserhöhung des Futters für ihre Lieblinge
sicher gar nicht lustig finden. Die
beschworene Notwendigkeit der Mehrwertsteuerreform darf
nicht darüber hinwegtäuschen, dass das eigentliche
Ziel die Umfinanzierung des Sozialstaates sein muss - die
interne Klassifizierung (Einstufung) der Warengruppen und
Dienstleistungen aber von geringerer Bedeutung
ist. Warum
überhaupt einen Niedrigsteuersatz? Warum
sollten nun aber auch Handwerksleistungen in den Genuss
dieses Billigtarifes kommen? Die Antwort findet sich im
ungelösten Problem der Schwarzarbeit. Da sich der
Sozialstaat auch heute noch hauptsächlich über die
Lohnnebenkosten (insbesondere die
Sozialversicherungsbeiräge) finanziert, bleibt die
Schwarzarbeit unschlagbar günstig und
attraktiv. Der
günstige Mehrwertsteuertarif würde die
zusätzliche Verteuerung regulärer Handwerksarbeit
vermindern - also die Kostenvorteile der Schwarzarbeit
verringern. Dies kann bedeuten, dass der Staat durch einen
Niedrigsteuertarif im Handwerk kaum Einnahmeausfälle
hat - weil eben wieder mehr über die Firmen abgerechnet
wird und die Schwarzarbeit abnimmt. Dass
auch im Gesundheitswesen grundsätzlich der
Niedrigsteuertarif angewendet werden sollte, hat andere
Ursachen. Die
Faustregel: Industriell hergestellte Produkte vertragen eine
höhere Mehrwertsteuer! Aus
dieser Logik rechtfertigt sich auch ein
ermäßigter Mehrwertsteuersatz für das
Hotelgewerbe, der gleichzeitig die steuerliche Benachteilung
gegenüber anderen Urlaubsländern aufheben
würde und langfristig betrachtet den Staat nicht einmal
etwas kosten dürfte (weil Deutschland als Urlaubsland
attraktiver würde). Startseite
mit Menueleiste www.mehrwertsteuererhoehung-pro-contra.de ©
Manfred J. Müller, Flensburg, Februar 2009 Die am
meisten gelesen Seiten dieser Domain: Die
wahren Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung werden
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gute Gründe für eine neue
Mehrwertsteuererhöhung Eine
ausführliche Abhandlung über die Lohnkostenreform
(Senkung der Sozialversicherungsbeiträge bei
gleichzeitiger Erhöhung der Mehrwertsteuer) finden Sie
in meinem Buch "Das
neue Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen
Dumpingsystems".
Die
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uns die Globalisierung in den
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Protektionismus Die
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das
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zum
Wächterrat? Wer
oder was ist
soziale
Gerechtigkeit? Bundestagswahlen
als Feigenblatt der
Demokratie? In
20 Jahren unabhängig vom
Erdöl!

von
Manfred Julius Müller
Der
Niedrigsteuersatz bei der Mehrwertsteuer wurde
hauptsächlich wegen der Nahrungsmittel eingeführt
- um die Lebenshaltungskosten möglichst niedrig zu
halten.
Erstens ist es völlig unsinnig, die Krankheitskosten
künstlich aufzublähen, um ihn dann über hohe
arbeitsplatzvernichtende Beiträge auszugleichen.
Zweitens ist es auch moralisch verwerflich, wenn der Staat
sich allzusehr über die Abgaben für die Gesundheit
finanziert.
Drittens führen die hohen steuerbedingten Kosten im
medizinischen Bereich zu einer Schwächung des
Wirtschaftsstandortes allgemein und nebenbei auch noch zu
einem unerwünschten Behandlungstourismus in die
Billiglohnländer.
Und viertens kommt es durch die hohe Mehrwertsteuer bei
Arzneien zu einer krassen innereuropäischen
Wettbewerbsverzerrung. Viele Internet-Apotheken haben ihren
Firmensitz in Ländern mit niedrigen
Mehrwertsteuersätzen - wodurch sie den stationären
Handel in Deutschland unterbieten können.
Grundsätzlich
darf man sagen, dass weitgehend industriell hergestellte
Produkte eine höhere Mehrwertsteuer vertragen als
arbeitsintensive Leistungen. Die Mehrwertsteuer wirkt dann
wie eine Art Maschinensteuer, die das herrschende
Ungleichgewicht verringern kann (heute ist es ja leider so,
dass Arbeit
durch hohe Abgaben zusätzlich "bestraft"
wird,
während Maschinen im Gegenzug subventioniert werden).
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a.
"Das
Kapital und die
Globalisierung".
Was geschieht wirklich durch die Globalisierung. Was
wird aus unseren Arbeitsplätzen. Werden wir auf Dauer
den globalen Kampf um die niedrigsten Löhne gewinnen
oder wird Deutschland untergehen?
Warum wird das Thema so unehrlich angegangen? Warum spielt
man dem Volk eine heile Welt vor?
Die Belastungsgrenze des Sozialstaates ist längst
überschritten. Die Erwerbstätigen können gar
nicht mehr erwirtschaften, was Politiker im Wahlrausch so
alles versprechen. Erfolgt eine Umverteilung bis zum
Untergang?
Kann eine internationale Arbeitsteilung überhaupt
funktionieren, wenn die Lohnkosten konkurrierender Staaten
um über 1000 Prozent auseinanderklaffen?
Der Mythos vom "Exportweltmeister" verwirrt noch immer viele
Politiker. Was passiert, wenn die Realitäten weiterhin
verdrängt werden?
Mit dem Begriff Demokratie" wird schon seit ewigen
Zeiten Schindluder getrieben.
Die Öffnung eines Staates für
Armutsflüchtlinge aus aller Welt führt zu
unlösbaren Problemen.
Wie entstehen und verlaufen Weltwirtschaftskrisen? Was
lässt sich aus den bisherigen Krisen lernen?
Ist Volksverhetzung eine Einbahnstraße? Wird
häufig mit zweierlei Maß gemessen?
Wieviel Luxus braucht der junge Mensch?
Wie effizient und demokratisch ist unsere Gesetzgebung? Ist
der Staat überhaupt noch
handlungsfähig?
Was
ist wirklich sozial?
Welchen Einfluss haben Wahlen überhaupt noch auf die
Demokratie?
Wenn man es dann wirklich will, könnte man sehr schnell
von fossilen Brennstoffen loskommen.